Auszeit: Produktiver an der Dissertation arbeiten durch Pausen

Pausen werfen uns um Tage zurück und ergeben schlechtere Leistungen. Das war mal unserer innerer Glaubenssatz, der uns ziemlich häufig an den Rand unserer Belastbarkeit gebracht hat. Doch es geht auch anders. Wie wir durch Pausen unsere Produktivität erhöhen - und das innere Gleichgewicht wiederherstellen.

Richtig gute Leistungen erfordern andauernde Anstrengung? Nein. Regelmäßige Pausen fördern die Kreativität und Produktivität. Klare Ideen für deine Pausenkultur während der Schreibphasen helfen dir, deine Dissertation voranzubringen UND mit deinem Körper und Geist achtsamer umzugehen.

Produktivität nimmt durch Pausen nicht ab, sondern steigt. Diese kontroverse Korrelation haben auch wir lange nicht zu würdigen gewusst. Im Studium haben wir beide in der Klausurenphase intensiv gelernt. Wochenlang nur über unseren Büchern gehangen und uns kaum Pausen erlaubt. Warum? Weil wir davon überzeugt waren, würden wir längere Pausen machen oder gar ein paar Tage zu den Eltern aufs Land fahren, würden wir weniger Stoff lernen und schließlich schlechtere Noten erzielen.

Pausen werfen uns um Tage zurück und ergeben schlechtere Leistungen. Das war mal unserer innerer Glaubenssatz, der uns ziemlich häufig an den Rand unserer Belastbarkeit gebracht hat.

Heute wissen wir, dass wir damals unsere Arbeit über unseren Selbstwert gestellt haben. Wir waren nur etwas Wert, wenn wie viel geschrieben und gelernt haben. Diese innere Haltung funktioniert nicht langfristig und entspricht nicht der natürlichen Beziehung zu uns selbst. Und doch messen sich Studierende und vor allem Promovierende daran, wie viel sie ohne Pause gearbeitet haben. Manche haben aber auch das Gefühl, unproduktiv zu sein, weil sie durch fehlende Pausen gar nichts mehr leisten können.

 

Kraft von Pausen ist bewiesen

Heute ist uns die Kraft von Pausen bewusst und wir wissen: Ohne Ruhephasen beuten wir unsere Körper und unseren Geist aus – und für welchen Gewinn? Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Pausen die Produktivität steigern. Es ist also viel mehr gewonnen, wenn wir uns trauen, ein paar Tage nicht an der Dissertation zu schreiben oder anderen Projekten zu arbeiten, um danach wieder mit frischer Energie einzusteigen. Arbeiten im Urlaub? Das haben wir hinter uns. Doch wir wissen, dass es Mut braucht, sich vom eigenen Thema und der eigenen Geisteswelt zu lösen – und Pausen als einen Akt der Selbstliebe zu leben.

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.
John Steinbeck

 

Die Pause vor der großen Arbeit – im Bauwagen und an der Nordsee

Deshalb kommen beide gerade aus wirklichen Erholungspausen zurück, um uns nun ganz der Entwicklung unseres Coachingprogramms widmen zu können.

Isabell hat ihre Seele für ein Wochenende in einem Bauwagen an der Elbe baumeln lassen. Zwei
Nächte und drei lange Tage hat sie dort verbracht, hat mit dem natürlichen Rhythmus des Tages gelebt; ist mit mit den Hühnern aufgestanden und hat sich nach dem Sonnenuntergang mit einem guten Buch ins Bett verzogen. In dieser Zeit hat sie ihrem Körper Raum gegeben, sich zu erholen und ihrem Geist neues Futter gegeben, das nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat. Und aus Erfahrung weiß sie inzwischen: In diesen Zeiten entfernt sich sich nicht von der Arbeit, sondern in dieser Zeit kommen ihr oft die besten Ideen! Nur die Ausführung, die darf eben bis zur Rückkehr an den Schreibtisch warten.

Wiebke war gerade für eine Woche mit ihrer Familie an der Nordsee. Mit der Verteidigung der Dissertation im Rücken, könnte man leicht sagen, dass man dann ja auch mal Urlaub machen könnte und dass das eine ganze andere Situation als während der Promotion ist. Ist es aber nicht. Die reguläre Arbeit an der Uni und die Entwicklung von BriefMe hat Wiebke im Urlaub Zuhause gelassen. Früher hat Wiebke immer Arbeit mit in den Urlaub genommen und sich damit um die eigene Erholung und die Verbindung mit ihren Mitreisenden gebracht.

Sie glaubte: Ich kann mir keine Pausen gönnen – nicht gerade jetzt in Schreibphase. Aber doch, es geht! Während ihrer Zeit an der Nordsee hat sie jegliche digitalen Begleiter Zuhause gelassen, sich nicht um Emails gekümmert und BriefMe vollsten Vertrauens in Isabells Händen zurückgelassen. Stattdessen hat sie mal wieder ganz ungestört Zeit mit ihrem Sohn verbracht und die Natur wirklich schätzen können. 

Auch das ist Achtsamkeit und Wiebke wünscht sich, dass sie diese Lektion nicht erst in den letzten Jahren ihrer Promotion gelernt hätte, sondern schon zu Beginn.

 

Jetzt bist du dran:

Was hältst du von Pausen, von einer kleinen Auszeit? Hast du während deiner Promotion schon mal Urlaub gemacht und dich bewusst nicht mit deiner Dissertation beschäftigt? Wie hat sich das angefühlt?

Natürlich geht uns nicht nur darum, dass man achtsam Urlaub macht. Bewusste Pausen gehören in jeden Arbeitstag und nicht nur gebündelt in einen Urlaub. Wer sich regelmäßig kleine Pausen gönnt, sehnt sich nicht so stark nach einer großen Auszeit.

 

Unsere Tipps für Pausen und Produktivität
  • Reflektiere für dich: Wie viel Zeit verbringst du täglich oder wöchentlich mit deiner Diss? Und wie fühlst du dich gerade körperlich und geistig damit? Schreibe dir deine Zeiten auf und prüfe, wo du in Zukunft kleine oder größere Pausen integrieren kannst, um wieder aufzutanken. Einem intensiven Schreibwochenende kann ein ruhiger Wocheneinstieg folgen – oder einer intensiven Arbeitswoche kann ein ruhiges Wochenende ohne Diss den nötigen Ausgleich geben.
  • Lieber mehrere kürzere Pausen als nur wenige lange Pausen am Tag. Die Produktivitätsmethode Pomodoro ist hilfreich. Pomodoro sieht vor, 20 Minuten intensiv zu arbeiten, 5 Minuten Pause zu machen und wieder 20 Minuten zu arbeiten. Nach vier Arbeitsphasen wird eine längere Pause von ca. 20-30 Minuten gemacht. Apps oder Eieruhren helfen beim Timing.
  • Schaffe dir ein Pausenritual. Was machst du besonders gerne, wenn du nicht an deiner Promotion arbeitest? Was tut dir gut und was lässt dich zur Ruhe kommen? Einen zusätzlichen Anreiz für Pausen schafft dir ein kleines Pausenritual. Zum Beispiel gehst du auf dem Markt einkaufen und kochst frisch für dich. Oder du legst dir ein gutes Buch bereit, das gar nichts mit deiner Promotion zu tun hat, und liest ein Kapitel. Der Spaziergang an der frischen Luft oder der Sportkurs kann auch Wunder wirken.

Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.
Elizabeth Barrett Browning

In diesem Sinne: Mache eine Pause, und starte danach produktiver in deinen Promotionsalltag. Wir wünschen dir ganz viel innere und äußere Ruhe.

 

Links:

Hier findest du den Bauwagen an der Elbe: roter Bauwagen

Weitere außergewöhnliche Unterkünfte für eine Auszeit findest du hier: Auszeit anderswo

Mehr zur Produktivitätsmethode und Apps: Pomodoro

 

  • Show Comments (0)

Your email address will not be published. Required fields are marked *

comment *

  • name *

  • email *

  • website *

Ads

You May Also Like

Seak Peek ins Coachingprogramm #2: Promovieren mit Vision

Heute bekommst du einen weiteren Einblick in den BriefMe Startguide für Promovierende: Wie du ...

Über Wiebke und ihre Promotionsgeschichte

Erfahre in diesem Video mehr über Wiebke Vogelaar, BriefMe Coach für Promovierende. Sie teilt ...